Angriffswelle auf WordPress & Co.: Warum KMU ihren Webauftritt jetzt prüfen müssen

Sicherheitsbehörden warnen vor einer koordinierten Angriffswelle auf WordPress, Joomla und Drupal. Warum KMU ihre Website-Systeme jetzt prüfen und aktualisieren sollten.

Sicherheitsbehörden weltweit – darunter Australiens ACSC (Australian Cyber Security Centre) – warnen aktuell vor einer koordinierten Angriffskampagne auf Content-Management-Systeme. Betroffen sind vor allem WordPress, aber auch Joomla, Drupal und verbreitete E-Commerce-Plattformen. Angreifer nutzen gezielt bekannte Schwachstellen in veralteten Plugins, Themes und CMS-Versionen aus – vollautomatisiert und in großem Maßstab.

Für kleine und mittlere Unternehmen ist das kein abstraktes Problem: Wer eine eigene Website betreibt und Updates vernachlässigt, riskiert Datenverlust, Rufschaden und im schlimmsten Fall eine kompromittierte Unternehmensinfrastruktur.

Was genau passiert gerade?

Laut ACSC und Berichten von BleepingComputer scannen Angreifer das Internet systematisch nach CMS-Installationen mit bekannten Sicherheitslücken. Dabei werden keine Ziele manuell ausgewählt – Bots durchsuchen rund um die Uhr öffentlich erreichbare Websites und schlagen automatisch zu, sobald eine verwundbare Version gefunden wird.

Typische Angriffsziele sind:

  • Veraltete WordPress-Plugins (z. B. Formular-, SEO- oder Shop-Plugins)
  • Nicht aktualisierte Themes mit bekannten Schwachstellen
  • CMS-Kerninstallationen, die seit Monaten kein Update erhalten haben
  • Websites ohne Web Application Firewall oder Sicherheits-Plugin

Gelingt der Angriff, können Kriminelle Schadcode einschleusen, Kundendaten abgreifen, die Website für Phishing-Kampagnen missbrauchen oder sie vollständig übernehmen.

Warum KMU besonders gefährdet sind

Große Unternehmen haben in der Regel dedizierte IT-Teams, die Patches zeitnah einspielen. Bei kleinen Betrieben sieht die Realität oft anders aus: Die Website wurde einmal eingerichtet, läuft – und wird dann sich selbst überlassen. Updates werden als lästig empfunden oder schlicht vergessen.

Genau das wissen Angreifer. KMU-Websites sind häufig technisch veraltet, schlecht überwacht und damit leichte Beute. Dabei ist der Schaden im Ernstfall erheblich: Neben dem direkten Datenverlust drohen DSGVO-Bußgelder, wenn Kundendaten kompromittiert werden, sowie ein nachhaltiger Vertrauensverlust bei Kunden und Geschäftspartnern.

Was jetzt konkret zu tun ist

Die gute Nachricht: Die wichtigsten Schutzmaßnahmen sind keine Raketenwissenschaft. Sie erfordern aber Konsequenz.

1. CMS und Plugins sofort aktualisieren Prüfen Sie, ob Ihr WordPress, Joomla oder Drupal auf dem aktuellen Stand ist. Gleiches gilt für alle installierten Plugins und Themes – auch für solche, die Sie aktiv nicht nutzen. Deaktivierte Plugins sind kein Schutz, solange sie installiert sind.

2. Ungenutzte Plugins und Themes entfernen Jedes installierte, aber nicht benötigte Plugin ist eine potenzielle Angriffsfläche. Löschen Sie konsequent, was Sie nicht brauchen.

3. Starke Zugangsdaten und Zwei-Faktor-Authentifizierung Standard-Benutzernamen wie „admin” sind ein Einladungsschreiben für Angreifer. Ändern Sie Zugangsdaten und aktivieren Sie wo möglich die Zwei-Faktor-Authentifizierung für den CMS-Login.

4. Regelmäßige Backups einrichten Selbst wenn ein Angriff gelingt: Mit einem aktuellen Backup lässt sich der Schaden begrenzen. Backups sollten automatisch, regelmäßig und getrennt vom Webserver gespeichert werden.

5. Sicherheits-Plugin oder Web Application Firewall einsetzen Tools wie Wordfence (WordPress) oder ähnliche Lösungen erkennen verdächtige Aktivitäten frühzeitig und blockieren bekannte Angriffsmuster.

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Eine veraltete Website ist kein Kavaliersdelikt mehr – sie ist ein offenes Tor. Handeln Sie jetzt, bevor jemand anderes es tut.

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