Jeden Tag landen Tausende gefälschter E-Mails in deutschen Firmenpostfächern. Viele davon sehen täuschend echt aus – sie imitieren Banken, Paketdienste, Microsoft oder sogar den Chef. Ein einziger Klick auf den falschen Link kann Ransomware ins Netzwerk bringen, Zugangsdaten stehlen oder eine betrügerische Überweisung auslösen. Die gute Nachricht: Wer weiß, worauf er achten muss, erkennt die meisten Phishing-Mails auf den ersten Blick.
1. Der Absender passt nicht zur Adresse
Der angezeigte Name kann beliebig gewählt werden. Entscheidend ist die tatsächliche E-Mail-Adresse dahinter. „Microsoft Support” als Absendername, aber die Adresse lautet support@microsoft-helpdesk-eu.com? Alarm. Seriöse Unternehmen schreiben von ihren eigenen Domains – und die stimmt entweder exakt überein oder gar nicht.
2. Ungewöhnlicher Druck und künstliche Dringlichkeit
„Ihr Konto wird in 24 Stunden gesperrt.” „Handeln Sie sofort.” Phishing lebt von Panik. Wer unter Druck gesetzt wird, klickt schneller als er denkt. Seriöse Absender – Banken, Behörden, Dienstleister – bauen keinen solchen Zeitdruck auf. Kurz durchatmen und genau hinschauen kostet nichts.
3. Links führen woanders hin als angegeben
Bevor Sie klicken: Fahren Sie mit der Maus über den Link (ohne zu klicken). In der Statusleiste oder als Tooltip erscheint die echte Zieladresse. Steht dort etwas wie paypal-sicherheit.ru oder microsoft365-login.xyz, ist das kein Zufall – das ist eine Falle.
4. Anhänge, die Sie nicht erwartet haben
Eine Rechnung von einem Lieferanten, mit dem Sie seit Monaten nichts zu tun hatten? Ein „Vertrag” als ZIP-Datei? Unerwartete Anhänge – besonders .exe, .zip, .docm oder .xlsm – sind ein klassisches Einfallstor für Schadsoftware. Im Zweifel: Absender telefonisch bestätigen lassen, bevor Sie öffnen.
5. Unpersönliche oder seltsame Anrede
„Sehr geehrter Kunde”, „Hallo Benutzer” oder ein Name, der nicht Ihrer ist – das sind Hinweise auf Massen-Phishing. Echte Geschäftspartner kennen Ihren Namen. Auch merkwürdige Formulierungen, holpriges Deutsch oder ungewöhnliche Satzstruktur deuten auf automatisch übersetzte Betrugsmails hin.
6. Anfragen nach Zugangsdaten oder Zahlungen per Mail
Keine seriöse Bank, kein Softwareanbieter und kein IT-Dienstleister wird Sie per E-Mail nach Ihrem Passwort fragen. Gleiches gilt für unerwartete Überweisungsanfragen – selbst wenn die Mail scheinbar vom Geschäftsführer kommt (sogenannter CEO-Fraud). Solche Anfragen immer telefonisch verifizieren.
7. Die Domain im Link ist leicht abgewandelt
Angreifer registrieren Domains, die auf den ersten Blick wie die echte aussehen: arnazon.de statt amazon.de, micros0ft.com statt microsoft.com, sparkasse-online.net statt sparkasse.de. Ein kurzer zweiter Blick auf die genaue Schreibweise kann viel verhindern.
Was tun, wenn eine Phishing-Mail durchkommt?
Nicht klicken, nicht antworten, nicht öffnen – und sofort die IT informieren. Je schneller ein Vorfall gemeldet wird, desto geringer ist der Schaden. In vielen Unternehmen fehlt genau dieser klare Meldeweg. Wer ihn etabliert, macht sein Team zur ersten Verteidigungslinie.
Regelmäßige Schulungen und technische Schutzmaßnahmen – wie E-Mail-Filterung, Multi-Faktor-Authentifizierung und ein durchdachtes Sicherheitskonzept – ergänzen das Bewusstsein Ihrer Mitarbeitenden. Wenn Sie wissen möchten, wie gut Ihr Unternehmen aktuell aufgestellt ist, sprechen wir gerne darüber: Brinn Computer – IT-Sicherheit für KMU und unser IT-Service & Support stehen Ihnen in Hannover und Umgebung zur Seite.